Christoph Delp: Autor & Trainer
Christoph Delp
Geschichte Muay Thai
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EINLEITUNG

Muay Thai, auch unter dem Namen Thai-Boxen bekannt, ist Selbstverteidigung, Wettkampfsport und Fitnessport zugleich. Das Muay Thai war ursprünglich eine Kampfkunst, die dem Volk von Siam (frühere Landesbezeichnung für Thailand) dazu diente, sich gegen Invasoren aus den nach Vergrößerung strebenden umliegenden Ländern zu behaupten. Mit Schwertern, Lanzen und Muay-Thai-Techniken bestritten die Bewohner Siams ihre Kämpfe. Das Muay Thai bewies bereits damals seine Effektivität, weshalb die Techniken auch heute noch genutzt werden können, um sich in Selbstverteidigungssituationen zu behaupten.

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Als die Waffen weiterentwickelt und ausschlaggebend für die Kriegsentscheidungen wurden, gewann der sportliche Aspekt des Muay Thai an Bedeutung. Es wurden zwar auch schon vor Jahrhunderten Sportveranstaltungen in Siam organisiert, doch war damals die Weiterentwicklung der Techniken für den Kriegseinsatz von größerer Bedeutung als die Unterhaltung der Zuschauer. Infolge dieser Entwicklungen wurden im 20. Jahrhundert schließlich die Regeln und die Abläufe der Veranstaltungen standardisiert und Kampfstadien errichtet.

Die sportlichen Veranstaltungen werden immer aufwendiger und für ein größeres Publikum organisiert. In Thailand haben sich die Veranstaltungen vom führenden Promotor Songchai Ratanasuban hervorgetan, bei denen teilweise über 100.000 Zuschauer die Kämpfe besuchen. In Japan gibt es die K1-Veranstaltungen für die weltbesten Kampfsportler im Schwergewicht, die regelmäßig von Muay-Thai-Kämpfern wie Peter Aerts und Ernesto Hoost gewonnen werden. Das Konzept der Superleague ist momentan in Europa im Blickpunkt. Zahlreiche gute Kämpfer in den unteren Gewichtsklassen treten dort an und begeistern die Zuschauer mit ihren Darbietungen.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts interessieren sich auch immer mehr Fitnesssportler für Muay Thai. Mittlerweile ist einer großen Gesellschaftsschicht bekannt, dass sich Muay Thai nicht nur zur Selbstverteidigung eignet, sondern dass damit auch hervorragend die Fitnesskomponenten Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit trainiert werden können. Körperbewusste Menschen, auch solche die sich für ihren Beruf fit halten müssen, z. B. Models und Schauspieler, suchen nach Möglichkeiten, Muay Thai zu trainieren. Kein Wunder also, dass mittlerweile Sportstudios und Vereine zahlreiche Kurse mit und ohne Partnerkontakt anbieten, um der steigenden Nachfrage unter ihren Mitgliedern gerecht zu werden.

Bildquelle:
Muay Thai
ISBN 3-613-50449-9
Pietsch Verlag 06/2004
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