Muay Thai, auch
unter dem Namen Thai-Boxen bekannt, ist Selbstverteidigung,
Wettkampfsport und Fitnessport zugleich. Das Muay Thai war
ursprünglich eine Kampfkunst, die dem Volk von
Siam (frühere Landesbezeichnung für Thailand)
dazu diente, sich gegen Invasoren aus den nach Vergrößerung
strebenden umliegenden Ländern zu behaupten. Mit Schwertern,
Lanzen und Muay-Thai-Techniken bestritten die Bewohner
Siams ihre Kämpfe. Das Muay Thai bewies bereits damals
seine Effektivität, weshalb die Techniken auch heute
noch genutzt werden können, um sich in Selbstverteidigungssituationen
zu behaupten.
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Als die Waffen weiterentwickelt und ausschlaggebend für
die Kriegsentscheidungen wurden, gewann der sportliche Aspekt
des Muay Thai an Bedeutung. Es wurden zwar auch schon vor
Jahrhunderten Sportveranstaltungen in Siam organisiert, doch
war damals die Weiterentwicklung der Techniken für
den Kriegseinsatz von größerer Bedeutung als die
Unterhaltung der Zuschauer. Infolge dieser Entwicklungen
wurden im 20. Jahrhundert schließlich die Regeln und
die Abläufe der Veranstaltungen standardisiert und Kampfstadien
errichtet.
Die sportlichen Veranstaltungen werden immer aufwendiger
und für ein größeres Publikum organisiert.
In Thailand haben sich die Veranstaltungen vom führenden
Promotor Songchai Ratanasuban hervorgetan, bei denen teilweise
über 100.000 Zuschauer die Kämpfe
besuchen. In Japan gibt es die K1-Veranstaltungen für
die weltbesten Kampfsportler im Schwergewicht, die regelmäßig
von Muay-Thai-Kämpfern wie Peter Aerts
und Ernesto Hoost gewonnen werden. Das Konzept
der Superleague ist momentan in Europa im Blickpunkt. Zahlreiche
gute Kämpfer in den unteren Gewichtsklassen treten dort
an und begeistern die Zuschauer mit ihren Darbietungen.
Seit Ende des 20. Jahrhunderts interessieren sich
auch immer mehr Fitnesssportler für Muay Thai.
Mittlerweile ist einer großen Gesellschaftsschicht bekannt,
dass sich Muay Thai nicht nur zur Selbstverteidigung eignet,
sondern dass damit auch hervorragend die Fitnesskomponenten
Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit
und Schnelligkeit trainiert werden können.
Körperbewusste Menschen, auch solche die sich für
ihren Beruf fit halten müssen, z. B. Models und Schauspieler,
suchen nach Möglichkeiten, Muay Thai zu trainieren. Kein
Wunder also, dass mittlerweile Sportstudios und Vereine zahlreiche
Kurse mit und ohne Partnerkontakt anbieten, um der steigenden
Nachfrage unter ihren Mitgliedern gerecht zu werden.
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